Satire im Deutschunterricht

 

Höflichkeit, freundlich & stets zuvorkommend

 

Mein Kumpel Jonas und ich sind sehr vorbildliche Menschen!

Stets höflich, freundlich und zuvorkommend schreiten wir durch jeden noch so schönen und erfolgreichen Schulalltag.

 

Bereits morgens an der Bushaltestelle helfen wir einer alten blinden Dame schneller ihre Erlösung zu finden und navigieren sie direkt vor einen fahrenden LKW. So ist unsere tägliche gute Tat schon am frühen Morgen vollbracht und wir können nun mit gutem Gewissen in den Bus einsteigen.

Doch letzten Montag als das Himmelsfahrtskommando die Dame Nummer 3142 von der Straße abgekratzt hatte, beschloss Jonas, heute mal die Schule zu schwänzen und stattdessen mit dem nächsten Bus nach Saarbrücken zu fahren, um dort Kerzen für den wöchentlichen Kindergottesdienst einzukaufen.

Er wollte gerade in den Bus einsteigen, als ich ihm prompt mit meinem Deutschordner ins Gesicht schlug und er mit einer gebrochenen Nase zu Boden fiel. So hatte ich ihn erfolgreich von seinem Vorhaben abgehalten, denn als vorbildlicher Schüler muss man sowas.

Jonas nahm diese kleine Geste der Höflichkeit mit Humor und bedankte sich mit dem Katana, indem er mir elegant und mit viel Elan den rechten Arm abtrennte.

Arme werden sowieso überbewertet und Linkshänder sind mir ohnehin viel sympathischer!

Doch was Jonas danach tat, brachte mich zur Verzweiflung! Nach seinem geübten Schlag wollte er mir helfen, die kleine Schnittwunde mit Klebeband zu verarzten. Mit Klebeband!!! Jeder Mensch weiß natürlich, dass man Klebeband, aufgrund seiner Seltenheit nur zur Versorgung von sehr großen und ernstzunehmenden Wunden verwendet, und wenn dann nur sehr sehr sparsam!!

 

In meiner Wut nahm ich eine meiner Granaten, die ich für solche Fälle immer bereit halte, und warf sie Jonas mit voller Wucht gegen den Kopf. Jedoch vergaß ich in meiner Eile, diesen eiförmigen Spielball scharf zu machen.

Jonas der ebenfalls etwas gereizt wirkte, wies mich freundlich darauf hin, dass ich vergessen hätte meine Granate zu schärfen und zog die Zündkapsel.

 

Gerade spazierte eine junge Frau mit ihrem Sohn im Kinderwagen an uns vorbei, woraufhin Jonas dem kleinen Jungen den eiförmigen Spielball in die Hand drückte, mit den Worten, wenn ich nicht auf meine Sachen aufpassen könne, wäre ich selbst dran schuld!

Kurz darauf explodierte der Kinderwagen ein paar Meter weiter in Tausend kleine Konfettiteilchen.

Ach ja, wie meine Deutschlehrerin zu sagen pflegt, eine Explosion am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen!

Doch heute war das nicht der Fall, ich war so wütend, dass Jonas meine Granate verschenkt hatte, dass ich aus meinem Rucksack meinen Teilchenbeschleuniger nahm, den ich von einem verrückten Wissenschaftler aus den Achtzigern bekommen hatte und erzeugte damit kurzerhand  ein schwarzes Loch, welches Jonas und leider auch mich hineinzog.

Als wir im Nichts angekommen waren, wurde Jonas durch die fehlende Gravitation wie Kaugummi auseinandergezogen, so dass seine Organe herumflogen wie Starenkot in Rom.

 

Aber natürlich hab ich ihm das nicht erzählt, als wir später an der Eingangstüre zum Himmel standen, denn ich bin ja stets höflich…

 

Moritz Altmeier (10A)

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